quarta-feira, fevereiro 20, 2008

Die Krimis von Arnaldur Indridason. Island Rules!





Zum Starten muss ich schreiben, dass er im Moment einer meiner Lieblingsautoren ist!

Ich hatte immer Neugier auf die Entstehung des Nachnames “Erlendur”. Da ich dieser Blog schreiben mochte, musste ich es finden… Daher habe ich das Internet nachgeschlagen, und es hat sich herausgestellt, dass das Wort “Erlendur” auf Isländisch “Fremder” beudetet. Guter Tipp einen Blog zu schreiben!



Bislang hat Arnaldur Indridason sechs Romane verfasst, in denen die Arbeit der Kriminalpolizei im Vordergrund steht (das Buch “Frostnacht” habe bis jetzt nicht lesen können). “Menschensöhne” (2005) handelt vom rätselhaften Tod eines psychisch Kranken. Im Lauf der Ermittlung finden die Kriminalbeamten Erlendur und Sigurdur Oli heraus, dass die Gründe dafür in der Vergangenheit des Mannes zu suchen sind, den von seinen ehemaligen Mitschülern in der Grundschule sind aufffalend viele nicht mehr am Leben. In Nordermoor (2003) steht der Mord an einem älteren Mann ebenfalls mit dessen Vergangenheit in Verbindung, und es stellt sich heraus, dass die Vergewaltigungen, die er in jüngeren Jahren begangen hat, Folgen in der Gegenwart nach sich ziehen. In Todeshauch (2004) wird zu Beginn des Romans ein Skelett in einem Reykjaviker Neubaugebiet entdeckt; das Buch ist auf zwei Zeitebenen angelegt und schildert sowohl die Ereignisse in der Gegenwart als auch das Schicksal einer Familie in der Vergangenheit. “Engelsstimme” (2004) spielt sich in einem renommierten Hotel in Reykjavik ab. Der Portier wird ermordet im Weihnachtsmannköstum aufgefunden, und die Romanhandlung erstreckt sich über den Zeitraum der letzten Woche vor Weihnachten. Der Roman Kältezone (2005) beginnt mit einem Skelettfund in einem See südlich von Reykjavik, und die Fäden der Handlung reichen bis in die Zeiten des kalten Kriegs, der aufgrund der strategischen Lage der Insel auch in Island Auswirkungen hatte. Darüber hinaus veröffentlichte Indridason zwei Romane, die keine Polizeiromane sind, nämlich den Thriller “Gletschergrab” (2005) und “Tödliche Intrige” (2005), geschrieben in der Tradition von “Hardboiled Fiction” und Film Noir (Raymond Chandler, usw.), die nicht sehr interessant sind.



Erlendur ist ein Isländer vom alten Schlag, der zu einem Fremden in einem Land geworden ist, wo traditionelles isländisches Essen von Leuten in amerikanischen Cowboy-Kostümen servirt wird; ein Provinzler in der Stadt, ein Single in einer Welt, wo neben beruflichen Kontakten die Familie im Mittelpunkt steht. In ihm liegen die alte und die modern Zeit im Widerstreit: das Einzelwesen und die Familienbindung, das Volksverbundene und das Fremde. Erlendur ist zwar alleinstehend, aber er sehnt sich nach einer Familie und versucht immer wieder, für sich und seine Tochter Eva Lind so etwas wie ein Familienleben zu schaffen, aber sie ist rauschgiftsüchtig und deswegen hat ihre Beziehung keine Chance auf Normalität. Was mir bei Erlendur gefällt, ist seine gesellschaftliche Perspektive und seine Persönlichkeit.



Die Spannungen zwischen Erlendur und seinem Kollegen Sigurdur Oli stellen eine weitere treibende Kraft in Indridason Romanen dar. Erlendur ist in seinem Denken durch und durch isländisch; er hat nur einen Realschlussabschluss und generell ist seine Einstellung zum Leben negative, was sich wiederum aus seiner Vergangenheit erklärt, die nach und nach in den Romanen aufgerollt wird. Der jüngere Sigurdur Oli hat eine Neigung für alles Amerrikanische und ist versessen darauf, Karriere machen. In Nordermoor wird es so beschrieben:
“Er trug eine neuen Anzug. Er war gross gewachsen, sah gut aus, und hatte ein amerikanisches Diplom in Kriminologie. Er war alles, was Erlendur nicht war, modern und durchorganisiert”.
Oli steht für die moderne Zeit, für Urbanität und kosmopolitisches Danken; Erlendur hingegen ist den Ursprüngen der Tradition dem Land und allem, was isländisch ist, verhaftet. Die Anspielungen zwischen den beiden werden sublimer, kultivierter und gleichzeitig witziger; diese antagonistischen Strukturen gewinnen auch eine dynamischere Funktion innerhalb der Erzählung. Später kommt noch Elinborg als dritte im Team hinzu. Sie hat in gewissem Sinne eine Pufferfunktion zwischen den beiden Männern, d.h., sie ist eine warmherzige Frau, die nicht zuletzt als excellente Köchin von allen geschätzt wird; sie kann wie Erlendur mürrisch und kurz angebunden sein, vertritt aber wie Sigurdur Oli auch modern Anschauungen.



Arnaldur Indridason zeigt in seinen Romanen aber nicht nur in einen Querschnitt durch die isländische Gesellschaft auf. Nach meiner Meinung liegt der Hauptgrund für den Erfolg der Bücher des Indridason daran, dass er ein Kriminalschriftsteller ist. Ich lasse von diesem Einblick in die modern isländische Gesellschaft faszinieren, die einem durch die Lektüre der Bücher und die Bekannschaft mit Erlendur und seine Kollegen vermittelt wird. Was Island betrifft, steht aber auf jeden Fall fest, dass diese literarische Produkt der isländischen Gesellschaft jetzt auch im Gegenzug Einfluss auf sie nimmt.

Mein Vorschlag: Lesen Sie Arnaldur Indridason. Sie werden nicht von diesen Bücher enttäuscht!

Was mich betrifft ist “Todeshauch” das beste Buch Erlendurs (ich habe ihm 6 Sterne gegeben!).

Im Buchstapel liegt ein anderes Buch von einem anderen isländischen Autor, die ich mir vornimme, zu lesen: “Hinter fremden Türen” von Kristin Marja Baldursdóttir. Später teile ich mit, was ich darüber denke.

sexta-feira, fevereiro 15, 2008

Warum skandinavische Krimis lesen?





Ich habe die skandinavischen Schriftsteller gerade erst für mich begonnen zu entdecken. Seit 2 Jahren lese ich scandinavische Literatur. Ich bin ehrlich gesagt angelsächsische Bücher, die ich in den letzen Jahren verschlungen habe, müde (ausser Michael Connelly und Phil/Will Rickman…:)). Und obwohl ich nie wirklich den Ausgang deren Krimis vorhersehen konnte, hatte ich oft in der Mitte eines Buches das Gefühl zu wissen, wie es weiter ausgeht. Und das ist ja kotzlangweilig!

Abgehen von Schreibstil der einzelnen Charaktere hat mir bisher an den skandinavischen am besten gefallen, dass sie mir ein mir unbekanntes Land, dessen Leute und Landschaften vorgestellt haben. Als wäre ich mit dem Auto durch das Land gefahren. Einfach mal etwas Neues erleben!

Mein erster Schwedenkrimi war natürlich ein Buch des Henning Mankell. Ich mag einfach die Stimmung, die er in seinen Büchern gebildet hat. Ich habe schon alle seine Bücher gelesen. Ich habe mir vorgenommen, eine ganzheitliche Rezension aller Reihe von Mankell zu schreiben, leider hatte ich bis jetzt keine Zeit es zu machen. Zum Glück muss ich nicht ganz von vorne anfangen. Ich habe mir schon ein paar Notizen gemacht…

Kurz darauf habe ich auch die ganze zehnbändige Kommissar-Beck-Reihe von Per Wahlöö und Maj Sjöwall gelesen. Ich empfehle, die 10 Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Trotz ihres Alters (die Reihe war zwischen 1965 und 1975 geschrieben) hat diese Krimireihe auch heute nichts an Faszination verloren.